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Editorial

Liebe Leser*innen,

Foto: Die Hoffotografen GmbH

gesund zu essen klingt nach einer Frage persönlicher Entscheidungen: Was kommt auf den Teller, was lassen wir lieber weg? Doch für Kinder und Jugendliche ist diese Entscheidung oft gar nicht frei. Ob Familien frische Lebensmittel kaufen können, ob Zeit zum Kochen bleibt, ob Kita und Schule gutes Essen anbieten und ob Kinder erfahren dürfen, wie viel Freude gemeinsames Zubereiten macht – all das hängt von ihren Lebensbedingungen ab.

Deshalb ist gesunde Ernährung auch eine politische Frage. Wer Verantwortung allein bei Eltern ablädt, verkennt die Realität vieler Familien. Kinder haben ein Recht auf gesundes Aufwachsen – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern, von ihrem Wohnort oder davon, welche Ressourcen zu Hause zur Verfügung stehen. Politik und Gesellschaft müssen die Bedingungen dafür schaffen: mit wirksamer Armutsbekämpfung, verlässlicher Infrastruktur und guten Angeboten in den Einrichtungen, in denen Kinder ihren Alltag verbringen.

Unser Schwerpunkt zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Kinder nicht nur versorgt, sondern beteiligt werden. In Kochkursen, Kochgruppen und einer Koch-AG probieren sie Neues aus, sammeln Wissen und erleben Gemeinschaft. Wenn Kinder eigene Rezepte entwickeln und darüber bloggen, wird Ernährung zum gemeinsamen Erlebnis.

Beteiligung prägt auch die weiteren Beiträge dieser Ausgabe. Beim ersten bundesweiten Kinderrechte-Gipfel in Kiel haben Kinder und Jugendliche selbst geplant und gestaltet. Eine Kinderrechte-Tour und neue Plätze der Kinderrechte machen sichtbar, was im Alltag noch zu oft abstrakt bleibt. Kinderrechte entfalten ihre Wirkung nicht durch wohlklingende Bekenntnisse, sondern dort, wo Erwachsene Macht teilen, zuhören und Kinder und Jugendliche einbeziehen.

Auch die aktuellen Debatten zum Familienrecht und zum Schutz in der digitalen Welt zeigen: Gute Politik muss konsequent vom Kind aus denken. Schutz und Teilhabe dürfen dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Kinder und Jugendliche brauchen beides – und sie brauchen Erwachsene und Institutionen, die ihre Rechte ernst nehmen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihre Sabine Andresen
Präsidentin des Kinderschutzbundes

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Liebe Leser*innen,

Foto: Die Hoffotografen GmbH

gesund zu essen klingt nach einer Frage persönlicher Entscheidungen: Was kommt auf den Teller, was lassen wir lieber weg? Doch für Kinder und Jugendliche ist diese Entscheidung oft gar nicht frei. Ob Familien frische Lebensmittel kaufen können, ob Zeit zum Kochen bleibt, ob Kita und Schule gutes Essen anbieten und ob Kinder erfahren dürfen, wie viel Freude gemeinsames Zubereiten macht – all das hängt von ihren Lebensbedingungen ab.

Deshalb ist gesunde Ernährung auch eine politische Frage. Wer Verantwortung allein bei Eltern ablädt, verkennt die Realität vieler Familien. Kinder haben ein Recht auf gesundes Aufwachsen – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern, von ihrem Wohnort oder davon, welche Ressourcen zu Hause zur Verfügung stehen. Politik und Gesellschaft müssen die Bedingungen dafür schaffen: mit wirksamer Armutsbekämpfung, verlässlicher Infrastruktur und guten Angeboten in den Einrichtungen, in denen Kinder ihren Alltag verbringen.

Unser Schwerpunkt zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Kinder nicht nur versorgt, sondern beteiligt werden. In Kochkursen, Kochgruppen und einer Koch-AG probieren sie Neues aus, sammeln Wissen und erleben Gemeinschaft. Wenn Kinder eigene Rezepte entwickeln und darüber bloggen, wird Ernährung zum gemeinsamen Erlebnis.

Beteiligung prägt auch die weiteren Beiträge dieser Ausgabe. Beim ersten bundesweiten Kinderrechte-Gipfel in Kiel haben Kinder und Jugendliche selbst geplant und gestaltet. Eine Kinderrechte-Tour und neue Plätze der Kinderrechte machen sichtbar, was im Alltag noch zu oft abstrakt bleibt. Kinderrechte entfalten ihre Wirkung nicht durch wohlklingende Bekenntnisse, sondern dort, wo Erwachsene Macht teilen, zuhören und Kinder und Jugendliche einbeziehen.

Auch die aktuellen Debatten zum Familienrecht und zum Schutz in der digitalen Welt zeigen: Gute Politik muss konsequent vom Kind aus denken. Schutz und Teilhabe dürfen dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Kinder und Jugendliche brauchen beides – und sie brauchen Erwachsene und Institutionen, die ihre Rechte ernst nehmen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihre Sabine Andresen
Präsidentin des Kinderschutzbundes

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