
Wen kümmert’s? Tag der gewaltfreien Erziehung in Gladbeck
Am 30. April hat der Kinderschutzbund Gladbeck zum zweiten Mal den internationalen Tag der gewaltfreien Erziehung begangen. Dieses Jahr stand der Tag unter dem Motto „Wen kümmert´s“? Der Kinderschutzbund Gladbeck warnt eindringlich vor den aktuellen Missständen im Kinderschutz und setzt ein starkes Zeichen gegen sexualisierte Gewalt.
Zum Tag der gewaltfreien Erziehung präsentierte der Kinderschutzbund Gladbeck in der Geschäftsstelle seine Präventionsarbeit zum Thema Kinderschutz und die interaktive Ausstellung „Der Kinderschutzschirm-Weg“, um beide Themen öffentlich sichtbar zu machen.
Viele Kitas und Schulen in Deutschland befinden sich in einer Krise: 430.000 fehlende Kitaplätze und Personalmangel gefährden die Bildungsaufgaben. Ein Investitionsrückstand von 45 Milliarden Euro und akuter Lehrkräftemangel bedrohen die Bildungsqualität in Schulen. Unterbesetzte Jugendämter und fehlende Unterbringungsmöglichkeiten verhindern den rechtzeitigen Schutz gefährdeter Kinder. Wir als Kinderschutzbund fordern mehr finanzielle Mittel für dringende Investitionen in Kitas, Schulen und Kinderschutz. Das Personal muss aufgestockt und Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften ergriffen werden. Außerdem muss es wieder möglich werden, dass Jugendämter durch präventive Maßnahmen frühzeitig unterstützen können.
Trotz des seit 2000 bestehenden Rechts auf gewaltfreie Erziehung bleibt das Bewusstsein für subtile Gewaltformen wie Demütigungen und Liebesentzug unzureichend. Seit fast 50 Jahren setzen wir uns für den Kinderschutz ein, seit 26 Jahren macht der Kinderschutzbund Gladbeck Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt. Unser Ziel ist es, Präventionsprogramme fest zu verankern, die Kinder und Eltern aktiv einbeziehen. Denn Kinder können sich nicht allein schützen, Erwachsene tragen die Verantwortung. Kinder sollen lernen, dass sie sich Hilfe holen können und sich für nichts schämen brauchen.
Am Tag der gewaltfreien Erziehung war für uns wichtig: „Der Weg ist das Ziel“: Prävention soll Spaß machen und die Selbstwirksamkeit der Kinder fördern. Nur durch kontinuierliche Angebote und politische Maßnahmen können wir Kinder nachhaltig schützen.
Der Zuspruch der anwesenden Fachkräfte aus Schule, Kita, Politik und anderen Institutionen zum Motto, war sehr groß – das wurde auch an der hohen Anzahl an ausgefüllten Postkarten sichtbar.
Wir konnten an diesem wichtigen Tag mit unseren Angeboten zur Prävention und zum Kinderschutz ein klares Statement setzen und die Frage: „Wen kümmert´s?“ mit einem klaren: „Uns Kümmert´s!“ beantworten.
Nadine Wieschollek, Der Kinderschutzbund Gladbeck e.V.

