
Ein Platz für Kinderrechte mit interaktiver Hörbank in Rosenheim
Mit der Einweihung des neuen Platzes für Kinderrechte am Salzstadel in Rosenheim ist ein besonderer Ort entstanden: Hier werden Kinderrechte sichtbar, hörbar und erlebbar. Herzstück ist eine deutschlandweit einzigartige interaktive Hörbank, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Zuhören, Mitmachen und Nachdenken einlädt.
Ein starkes Zeichen für Kinderrechte
Mit einem Familienfest hat die Stadt Rosenheim den neuen Platz für Kinderrechte am 20. Juni 2026 offiziell eröffnet. Der Ort soll die Rechte von Kindern dauerhaft im öffentlichen Raum verankern und deutlich machen: Kinderrechte gehören in die Mitte der Gesellschaft. Gemeinsam mit zahlreichen Partner*innen setzt die Stadt damit ein sichtbares Zeichen für Beteiligung, Demokratie und den Schutz von Kindern.
Aus einer Idee wurde ein Gemeinschaftsprojekt
Die Idee entstand im April 2024 während der Jahreshauptversammlung des Kinderschutzbundes Rosenheim. Eine Live-Schaltung zum Ortsverband Lindenberg, der den ersten Platz der Kinderrechte in Bayern eröffnet hatte, brachte den entscheidenden Impuls. Noch während der Veranstaltung kamen Vertreter*innen der Stadt Rosenheim über einen möglichen Standort ins Gespräch. Wenig später bekräftigte Oberbürgermeister Andreas März gemeinsam mit der Stadtverwaltung den Wunsch, einen solchen Ort als langfristiges Projekt zu schaffen. Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien übernahm die Federführung, richtete eine Steuerungsgruppe ein und schuf eine Koordinierungsstelle für den Platz für Kinderrechte – das bewusst gewählte „für“ steht dabei für ein aktives Engagement für die Rechte von Kindern.
Viele Partner, ein gemeinsames Ziel
Von Beginn an war klar: Der Platz sollte nicht von einer einzelnen Organisation gestaltet werden, sondern gemeinsam entstehen. An einer großen Auftaktveranstaltung im April 2025 beteiligten sich mehr als 70 Vertreter*innen aus Verwaltung, Bildung, Jugendhilfe, Vereinen und Zivilgesellschaft. Gemeinsam sammelten sie Ideen, wie Kinderrechte in Rosenheim dauerhaft sichtbar gemacht und gelebt werden können. Aus diesem Beteiligungsprozess gingen zahlreiche Projektideen hervor – von Bildungsangeboten über Kunst im öffentlichen Raum bis hin zu Mitmachaktionen.
Die Steuerungsgruppe vereint bis heute Vertreter*innen des Kinderschutzbundes Rosenheim, der Stadt Rosenheim, des Stadtjugendrings, des Jugendbeirats sowie weiterer Einrichtungen. Gemeinsam legen sie Schwerpunkte fest, koordinieren Projekte und sorgen dafür, dass Kinder und Jugendliche aktiv beteiligt werden.

Kinderrechte zum Hören
Als Standort fiel die Wahl auf den Salzstadel vor der Stadtbibliothek – einen zentralen und lebendigen Ort, der bereits für zahlreiche Kultur- und Familienveranstaltungen genutzt wird.
Herzstück des Platzes ist eine interaktive Kinderrechte-Hörbank. Nach einem künstlerischen Wettbewerb entschied sich die Jury für eine farbenfrohe Bank mit unterschiedlichen Sitzhöhen. Über eine Handkurbel werden zufällig ausgewählte Audiobeiträge abgespielt, die von Rosenheimer Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingesprochen wurden. Auch Oberbürgermeister Abuzar Erdogan und Jugendamtsleiter Christian Meixner sind mit Beiträgen zu hören. Das Besondere: Die Beiträge können jederzeit ergänzt oder ausgetauscht werden. So bleibt die Hörstation lebendig und entwickelt sich kontinuierlich weiter.
Bereits vor der Einweihung war auf dem Platz ein Baum der Kinderrechte gepflanzt worden – als sichtbares Symbol dafür, dass Kinderrechte in Rosenheim Wurzeln schlagen und wachsen sollen.
Ein Platz, der zum Mitmachen einlädt
Zur feierlichen Eröffnung kamen mehr als 100 Kinder mit ihren Familien. Gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern gestalteten unter anderem das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, der Kinderschutzbund, die Stadtbibliothek, der Stadtjugendring und viele weitere Einrichtungen ein buntes Familienfest mit kreativen Mitmachaktionen.
Doch die Einweihung markiert nicht den Abschluss, sondern den Beginn eines langfristigen Prozesses. Die Steuerungsgruppe plant bereits weitere interaktive Kinderrechte-Stationen an Schulen, Kitas und anderen öffentlichen Orten. Jedes Jahr soll ein anderes Kinderrecht im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig können Initiativen, Vereine oder Einrichtungen eigene Ideen einbringen. Dafür wurde ein einfacher Beteiligungsweg entwickelt: Von der Idee über die Beratung und Freigabe bis zur Umsetzung werden Projekte begleitet und unter dem gemeinsamen Logo des Platzes für Kinderrechte sichtbar gemacht.
So wird der Platz für Kinderrechte zu weit mehr als einem Ort im Stadtbild. Er ist ein wachsendes Netzwerk, das Kinderrechte sichtbar macht, Menschen miteinander verbindet und immer wieder neue Aktionen anstößt – ganz im Sinne seines Mottos: gemeinsam für Kinderrechte.
Barbara Heuel, Geschäftsleitung,
Orts- und Kreisverband Rosenheim
