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Eduard Hillgert, Liv Grohn und Jeremias Grünhagen (v.l.n.r.) sind im Jugendrat des Kinderschutzbundes Niedersachsen aktiv. | Foto: DKSB LV Niedersachsen

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Unsere Meinung zählt

Der Kinderschutzbund setzt sich für die Interessen, Rechte und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen ein. Aber was wollen die jungen Menschen eigentlich selbst? Wie bezieht man sie mit ein? Was heißt eigentlich Beteiligung? Die Jugendräte des Kinderschutzbundes in den Landesverbänden Niedersachsen und Schleswig-Holstein bringen ihre Ideen ein, reden bei Entscheidungen mit und gestalten eigene Projekte.

Der Jugendrat in Niedersachsen 

Den Jugendrat im Landesverband Niedersachsen gibt es seit 2016. Damals hatte man festgestellt, dass eine Beteiligung durch Jugendliche im Verein fehlte. Man überlegte, in welchen Bereichen des Vereins Jugendliche beteiligt werden können. „Beteiligung ist mehr, als nur dabei zu sein“, sagt Barbara Kreikenberg, Koordinatorin des Jugendrates beim Kinderschutzbund Niedersachsen: „Für die Mitbestimmung und Einflussnahme junger Menschen muss sich eine Organisation bewusst entscheiden und das dann auch realisieren.“ Ziel des Landesverbandes war es, Räume für junge Leute im eigenen Verband zu öffnen. 

Der Jugendrat im Kinderschutzbund Niedersachsen engagiert sich vor allem für gesellschaftspolitische Themen und ist in der Verbandsentwicklung aktiv. Jeremias Grünhagen, 24 Jahre alt und seit 2022 Mitglied des Jugendrates, erzählt, wie das funktioniert:

Jeremias, wie bist Du zum Kinderschutzbund gekommen und warum setzt Du Dich für Kinderrechte und Kinderschutz ein?

Ich wurde nach einem Partizipationsprojekt der Landesregierung, das in Kooperation mit dem Niedersächsischen Kinderschutzbund durchgeführt wurde, in den Jugendrat eingeladen. Hier habe ich die Chance, mich gegen all die von mir als Kind schon so empfundenen Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft einzusetzen.       

Wie wirkst Du konkret mit?

Im Jugendrat arbeiten wir in eng mit dem Landesvorstand und den Hauptamtlichen zusammen.  Ich besuche regelmäßig die Vorstandssitzung, bringe meine Meinung ein und stehe jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. 

Dies gilt nicht bloß für den Landesverband, sondern auch für alle anderen Verbände und Vereine in Niedersachsen. 

Neulich haben wir beispielsweise die Kinderpolitischen Forderungen des Landesverbandes in jugendgerechte Sprache übertragen und in Kurzvideos aufgenommen. Ihr könnt sie auf dem Instagram-Kanal des Landesverbandes sehen. Sicher habt ihr mich auch schon auf den Kinderschutztagen getroffen.

Was schätzt Du an Deinem Engagement am meisten?

Die enge Zusammenarbeit mit dem Vorstand und den Hauptamtlichen bereitet mir viel Freude. Ich bin dankbar für das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird. Besonders schätze ich, dass wir nicht nur an Projekten mitwirken, sondern aktiv in die Öffentlichkeitsarbeit eingebunden werden.

Welche Eigenschaften sind für die Arbeit im Jugendrat hilfreich?

Für die Mitarbeit in unserem Jugendrat ist es hilfreich, bereits Gremienerfahrung zu haben. Auch Offenheit, Kreativität und Motivation sind nützlich. Junge Menschen, die mitmachen wollen, sollten 16 bis 25 Jahre alt sein.  

Welche Veränderungen gibt es in Eurem Verband durch Eure Beteiligung?

Wir haben einen spürbaren Einfluss auf unseren Verband: Die Perspektiven von jungen Menschen werden stärker wahrgenommen. Bei unseren Instagram-Posts sind jetzt auch mal junge Menschen zu sehen. Außerdem sind zwei ehemalige Jugendratsmitglieder in den Vorstand gewechselt, was diesen sehr verjüngt. Wir bekommen auch Anfragen von anderen Verbänden, wie Beteiligung möglich ist. 

„Für mich ist Kinderschutz, wie wir als Gesellschaft mit jungen Menschen umgehen. 
Oft wird über junge Menschen geredet, aber viel zu selten mit ihnen.“ 

Ismail Giannattasio, nach mehreren Jahren im Jugendrat jetzt im Landesvorstand 

„Vor der Kommunalwahl in Niedersachsen im September 2026 möchten wir zusammen mit den Orts- und Kreisverbänden die Themen und Ideen von Kindern und Jugendlichen erfragen und in den Fokus rücken. Wir werden uns dabei besonders an Erstwähler*innen wenden.“

Eduard Hillgert, Jugendrat Niedersachsen

Jugendrat Niedersachsen

Gerne könnt ihr uns Fragen stellen!
Kontakt:

jugendrat@dksb-nds.de
instagram.com/kinderschutzbund_niedersachsen

Zum Jugendrat Schleswig-Holstein gehören Yme Fortnagel, Lilly Nielsen, Emilia Strankowski, Luisa Galli, Serena Tomdio, Liv Carstensen (v.l.n.r.) und Mara Rauch (nicht auf dem Foto). | Foto: DKSB LV Schleswig-Holstein

Der Jugendrat in Schleswig-Holstein

Auch im Landesverband Schleswig-Holstein gibt es einen Jugendrat, der seit 2017 aktiv ist. Dieser setzt sich immer wieder neu zusammen. Der Jugendrat unterstützt das Team und den Vorstand bei Stellungnahmen oder Presseanfragen, die die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen betreffen. „Wir als Kinderschutzbund setzen uns tagtäglich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein gehört, gesehen und vor allem ernst genommen werden. Um dies zu erreichen, ist es der einzig richtige Weg, Kinder- und Jugendbeteiligung auch in den eigenen Strukturen zu leben – und nicht nur über Kinderrechte zu sprechen. Mit dem Jugendrat haben wir einen guten Weg gefunden, die Stimme junger Menschen direkt in unsere Arbeit einfließen zu lassen, ihre Perspektiven und Lebenswelten besser zu verstehen und sie gleichzeitig für Kinderschutzthemen zu sensibilisieren“, sagt Emma Angermann, Koordinatorin des Jugendrates im Kinderschutzbund Schleswig-Holstein. Zudem erarbeitet der Jugendrat eigene Projekte für und mit Kindern und Jugendlichen, um auf deren Belange aufmerksam zu machen. 

Einen Einblick in die Arbeit des Jugendrates gibt Luisa Galli, 17 Jahre alt und seit 2023 Mitglied des Jugendrates in Schleswig-Holstein:

Luisa, was ist Deine Motivation, Dich im Jugendrat zu engagieren?

Ich engagiere mich hier für Demokratie und Kinderrechte, weil ich finde, dass junge Menschen schon jetzt eine Stimme haben sollten, nicht erst später. Oft heißt es ja: „Kinder sind die Zukunft“, aber das bringt wenig, wenn wir heute keine Rechte einfordern und uns nicht einbringen. Irgendwann hat mich das alles so genervt, dass ich beschlossen habe: Wenn es niemand macht, engagiere ich mich eben selbst. Demokratie lebt von Beteiligung und hat kein Mindestalter. Das hat mir meine Arbeit hier gezeigt.        

Was sind Eure Anliegen? Was habt ihr bisher erreicht?

Ich bin seit über zwei Jahren im Jugendrat aktiv und habe unsere Jugendbefragungen begleitet. Einmal im Jahr fragten wir Gleichaltrige in unserem Bundesland, wie es ihnen geht und wo sie Veränderungen wollen. Ihre Rückmeldungen bringen wir dann in die Diskussion ein. Mein persönliches Highlight waren die Kinderschutztage letztes Jahr in Frankfurt: Ich durfte dort vor allen Mitgliedern sprechen und deutlich machen, dass unser Jugendrat einen eigenen Tagesordnungspunkt bekommen muss. Sabine Andresen hat es genauso gesehen und seitdem haben wir ihn. Das hat mich sehr stolz gemacht.

Wie entwickelt ihr eigene Projekte?

Wir spüren selbst wie multiple Krisen auf uns wirken und überlegen dann: Was können wir landesweit tun, um etwas zu verändern? Kinderrechte sind dabei für mich zentral, weil wir als Minderheit besonders geschützt werden müssen. Wir diskutieren laut, probieren neue Ideen aus und scheitern auch mal. So wie es sich für Jugendliche gehört. Denn nur durch gemeinsame Lösungen wird Engagement greifbar und das ist auch, wie am Ende Demokratie funktioniert.

Was macht Dir an Deinem Engagement beim Jugendrat am meisten Spaß?

Am meisten Spaß macht mir, dass wir wirklich auf Augenhöhe arbeiten. Auch im Landesvorstand gibt es große Altersunterschiede, aber jede Perspektive zählt gleichermaßen. 

Wie sprecht ihr andere Jugendliche an, um sie für eine Beteiligung zu gewinnen?

Wir erreichen Jugendliche vor allem über Social Media, weil das der Ort ist, an dem sie sich informieren – wie ich auch. Wir animieren mitzumachen: Denn im Jugendrat dabei sein kann jeder zwischen 14 und 19 Jahren, unabhängig vom Hintergrund.

„Wir als Jugendrat freuen uns sehr auf den kommenden Kinderrechtegipfel, bei dessen Planung wir intensiv mitplanen und mitbestimmen. Für uns ist er eine große Chance, unsere Anliegen sichtbar zu machen und gemeinsam mit anderen Jugendlichen, Fachkräften und Entscheidungsträger*innen über die Zukunft der Kinderrechte ins Gespräch zu kommen. Unser Ziel ist es, den Vorstand zu unterstützen, indem wir unsere Sichtweisen, Ideen und Erfahrungen als Jugendliche einbringen. Wir sehen uns als beratendes Gremium.“

Jugendrat Schleswig-Holstein

Jugendrat Schleswig-Holstein:

Braucht ihr Infos? Habt ihr Lust mitzumachen?

kinderschutzbund-sh.de/ueber-uns/jugendrat
instagram.com/jugendrat.kinderschutzbund.sh

Ausgabe 25-4

Schwerpunkt

Jugendliches Engagement

Politik und Praxis

Kinder- und Jugendpolitik

Kinderschutz vor Ort

Impressum

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