Suche

Login

Registrieren

Mehr aus der DKSB-Praxis

Foto: Pofuduk images/iStock

Kinder- und Jugendpolitik

Wohlbefinden von Kindern sinkt

In Deutschland haben sich die Voraussetzungen für das Aufwachsen von Kindern verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti von Mai 2025. Er vergleicht das kindliche Wohlbefinden in 43 OECD- und EU-Ländern Ländern und zeigt: Deutschland ist im internationalen Vergleich deutlich zurückgefallen – von Platz 14 auf Platz 25.

Der Bericht „Kindliches Wohlbefinden in unsicheren Zeiten“ (Report Card 19: Child Well-Being in an Unpredictable World) basiert auf Daten aus den Jahren 2018 und 2022. Er untersucht auf der Basis aktueller Forschungsergebnisse Trends mit Blick auf die mentale und physische Gesundheit von Kindern sowie ihre sozialen, emotionalen, digitalen und schulischen Kompetenzen. Darüber hinaus werden Gründe für diese Entwicklungen identifiziert und Empfehlungen für Politik und Gesellschaft abgeleitet. 

Besorgniserregend ist, dass sich sowohl schulische Leistungen als auch die Lebenszufriedenheit der Kinder und Jugendlichen verschlechtert haben. Während 2018 noch 75 Prozent der Jugendlichen angaben, mit ihrem Leben zufrieden zu sein, waren es 2022 nur noch 68 Prozent.

Die grundlegenden Fähigkeiten im Lesen und Rechnen haben abgenommen. 2018 verfügten noch 73 Prozent der Kinder in Deutschland über grundlegende mathematische Kompetenzen und Lesekompetenzen – 2022 waren es nur noch 60 Prozent. Nur in den Niederlanden und in Zypern ist dieser Rückgang noch stärker ausgefallen.

Ohnehin zeigt sich auch international ein ähnliches Bild. In 21 von 38 Ländern sind die schulischen Grundkompetenzen der Kinder deutlich gesunken. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung zwar nicht ausgelöst, aber erheblich verstärkt.

Was steckt hinter diesen Entwicklungen? Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen: Viele meinen, dass Handys, soziale Medien oder weniger Bewegung die Ursachen für schulische Probleme und Unzufriedenheit sind. Doch die Daten zeigen: So einfach ist es nicht. Kinder bewegen sich heute nicht grundsätzlich weniger als früher. Auch der Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und Schulerfolg ist nicht eindeutig. Soziale Medien führen ebenfalls nicht zwangsläufig zu Unzufriedenheit.

Wichtig für das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen sind neben guten staatlichen Rahmenbedingungen laut dem UNICEF-Bericht vor allem gute Beziehungen zu den Eltern. Jugendliche, die regelmäßig mit ihren Eltern sprechen, berichten häufiger, dass sie zufrieden sind.

Der Bericht stellt zudem fest: Selbst wohlhabende Länder wie Deutschland schaffen es nicht immer, gute Bedingungen für Kinder sicherzustellen. Fortschritte, die über Jahre erkämpft wurden, sind durch globale Krisen wie Pandemien oder den Klimawandel in Gefahr.

„Der UNICEF-Bericht unterstreicht die wichtige Aufgabe der neuen Bundesregierung, in Kinder zu investieren und vor allem benachteiligte Kinder stärker zu unterstützen, zum Beispiel Mädchen und Jungen in einkommensschwachen Haushalten oder Kinder, die mit ihren Familien nach Deutschland geflüchtet sind. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir sehr die geplante Ausweitung des Startchancen-Programms zur gezielten Förderung über die Schulen. Auch das Vorhaben der Koalition, die mentale Gesundheit von Kindern mit einer eigenen Strategie zu verbessern, geht in die richtige Richtung“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.


Ausgabe 25-3

Schwerpunkt

Verbündete fürs Leben

Politik und Praxis

Kinder- und Jugendpolitik

Kinderschutz vor Ort

Impressum

Mehr aus der DKSB-Praxis

Diese Webseite nutzt ausschließlich technisch notwendige Cookies.