Aus dem Bundesverband
In vielen Städten sichtbar
Kampagne „Wen kümmert’s“ bundesweit zu sehen:
Im Mai war in vielen Städten Deutschlands das neue Motiv unserer Kampagne plakatiert. Die Kampagne „Wen kümmert’s?“ verfolgt das Ziel, den Belangen von Kindern und Jugendlichen mehr Priorität zu verschaffen – das kann vor Ort ganz unterschiedliche Dinge bedeuten, je nachdem, wo Bedarf besteht. Statt sich auf ein einzelnes Thema zu konzentrieren, bietet diese Kampagne die Flexibilität, lokale Probleme wie etwa unterfinanzierte Kitas, zu wenig Personal im Jugendamt, marode Schultoiletten oder ganz andere Probleme anzusprechen.

25 Jahre Recht auf gewaltfreie Erziehung
Sabine Andresen im Podcast „Zeitzeichen“:
Vor 25 Jahren, am 6. Juli 2000, hat der Bundestag das Gesetz zur gewaltfreien Erziehung verabschiedet. Darin heißt es: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Wie lang und umstritten der Weg zu einer gewaltfreien Erziehung war und immer noch ist, zeigt die Folge des WDR-Podcasts „Zeitzeichen“ vom 6. Juli 2025. Prof. Dr. Sabine Andresen ist darin mit wertvollen Beiträgen zu hören.

Ratschlag Kinderarmut
Gleichwertige Chancen statt Ungleichheit:
Der „Ratschlag Kinderarmut“, ein Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gewerkschaften, darunter der Kinderschutzbund, hat die Bundesregierung aufgefordert, massiv in die soziale Infrastruktur für Kinder und Jugendliche zu investieren. In einem gemeinsamen Appell fordern über 50 Organisationen, endlich verlässlich in Bildung, Betreuung und Teilhabe zu investieren. „Kinderarmut ist nicht nur ein individuelles Schicksal, sondern ein strukturelles Versagen, das unsere Demokratie und unseren Wohlstand gefährdet“, heißt es darin. Die sozialen und regionalen Unterschiede beim Zugang zu früher Förderung, guter Schule, außerschulischen Angeboten und verlässlicher Betreuung seien gravierend – und würden durch Personalmangel, Sanierungsstau und fehlende Finanzierung verschärft. „Wer jetzt bei Kindern spart, zahlt später doppelt – in Form von Fachkräftemangel, gesellschaftlicher Spaltung und Demokratiedefiziten“, warnt Prof. Sabine Andresen, Präsidentin des Kinderschutzbundes.
Der Appell kann heruntergeladen werden unter:
us-ms.gr-cdn.com/getresponse-w9jPo/documents/8d15fcf3-6070-4f6f-9f70-7b71ae22a203.pdf
Digitale Fachveranstaltungen
Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport:
Der Kinderschutzbund wird häufig zum Thema Gewalt im Sport angefragt und arbeitet eng mit Sportverbänden zusammen, etwa bei der Prävention sexualisierter Gewalt. Gewalt im Sport ist leider weit verbreitet. Deshalb organisierte die Bundesgeschäftsstelle am 3. Juni einen „Treffpunkt Kinderschutzbund“ zu diesem Thema. Ina Lambert und Michaela Juch von der Unabhängigen Ansprechstelle Safe Sport berichteten dabei über die Arbeit ihrer Fachberatungsstelle, die Betroffene interpersoneller Gewalt im Breiten- und Spitzensport unterstützt. Ratsuchende erhalten dort psychologische und juristische Hilfe – anonym, kostenfrei und wahlweise telefonisch, online oder vor Ort in Berlin. Im Anschluss tauschten sich die rund 20 Teilnehmenden angeregt mit den Referentinnen aus. Besonders großes Interesse weckte der Safe-Sport-Code des Deutschen Olympischen Bundes, der in Sportvereinen umgesetzt werden soll. Sowohl die Ansprechstelle als auch der Safe-Sport-Code sind online verfügbar.
ansprechstelle-safe-sport.de
dosb.de/themen/werte-des-sports/safe-sport/safe-sport-code

Kinderrechte-Fachtag mit der Deutschen Sportjugend:
Zum Weltspieletag am 11. Juni veranstaltete der Kinderschutzbund Bundesverband gemeinsam mit der Deutschen Sportjugend einen digitalen Fachtag unter dem Titel „Spiel, Sport und Selbstbestimmung – Kinderrechte in Bewegung bringen“. Teilnehmende aus dem Sport und dem Kinderschutzbund kamen zusammen. Prof. Katharina Gerats eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag, in dem sie Chancen und Grenzen kinderrechtlichen Denkens und Handelns in Sport und Spiel beleuchtete. Anschließend präsentierte Leonie Metcalf vom Kinderschutzbund Landesverband Berlin ihr Projekt „Gewalt spielt nicht mit“. Dieses Präventionsprojekt richtet sich an Trainer*innen, Kinder und deren Sorgeberechtigte in Sportvereinen. Ein Panelgespräch mit Vereinstrainern über die praktische Umsetzung schloss den Fachtag ab. Konstanze Butenuth und Rebekka Schuppert, Fachreferentinnen für Kinderschutz, sowie Luis Kramer von der Deutschen Sportjugend begleiteten die Veranstaltung.
Cybergrooming – was ist das und wie können wir damit umgehen?
Am 23. Juni fand die digitale Fachveranstaltung „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Netz: Cybergrooming – Was ist das und wie können wir damit umgehen?“ statt. Der Kinderschutzbund Bundesverband führte in das Thema Cybergrooming ein und beleuchtete dabei Täterstrategien sowie die rechtliche Einordnung des Phänomens nach dem Strafgesetzbuch. Valentina Lauer, Projektleitung von Safe im Recht, Bezirksverband Frankfurt (Main), ergänzte dies mit Einblicken aus der Beratungspraxis mit betroffenen Kindern und Jugendlichen. 22 Mitglieder des Kinderschutzbundes nahmen an der Veranstaltung teil.
Kinder schützen! Medien verbieten?
Zum Thema „Kinder schützen! Medien verbieten? Haltung des Kinderschutzbundes zum Social Media-Verbot für unter 16-Jährige und Smartphoneverbot an Schulen“ fand am 21. Juli ebenfalls eine digitale Fachveranstaltung statt. Der Bundesverband äußerte sich kritisch zu einem Social-Media-Verbot: Es sei weder zielführend noch umsetzbar. Einem Smartphone-Verbot an Schulen steht der Verband grundsätzlich offen gegenüber, wies jedoch auf dessen Grenzen hin. An der Veranstaltung nahmen 48 Mitglieder des Kinderschutzbundes teil.

