
Kinderschutztage in Saarbrücken
Die Kinderschutztage 2025 in Saarbrücken standen im Zeichen von Inklusion, einer neuen Resolution und wegweisenden Diskussionen. Sie machten klar: Der gesamte Verband muss zusammenstehen, um die Rechte, Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zu stärken und in den Mittelpunkt zu rücken.
Wie sichern wir unsere Demokratie und schaffen Bedingungen, in denen alle Kinder und Jugendlichen gut aufwachsen können? In einer Zeit voller Krisen und Unsicherheiten dürfen junge Menschen nicht aus dem Blick geraten – weder jene mit Beeinträchtigungen noch die, die Diskriminierung erfahren oder weniger Chancen haben. Dafür braucht der Kinderschutzbund jede helfende Hand, ob haupt- oder ehrenamtlich. „Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion – dafür müssen wir uns mehr denn je einsetzen und dies auch würdigen“, betonte Sabine Andresen, Präsidentin des Kinderschutzbundes, bei der Eröffnung im Saarbrücker Schloss. Im Rahmen der Veranstaltung verlieh der Kinderschutzbund Landesverband Saarland den Günther-Deegener-Preis an den Verein „Miteinander leben lernen“ für sein Engagement im Bereich Inklusion. Der Verein „Miteinander leben lernen“ zeigt, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingt, indem er sich für die uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen einsetzt.

Kinderrechte stärken – Politik in die Pflicht nehmen
Der Kinderschutzbund versteht sich als basisdemokratischer Verband – ein Anspruch, der sich in seiner Struktur und seinem politischen Handeln widerspiegelt. Die Bundesmitgliederversammlung zeigte eindrucksvoll, wie der Verband diskutiert, Verantwortung einfordert und Kinderrechte stärkt.
Ein klares Signal ging an die Bundesregierung: Mit der Resolution „Gutes Aufwachsen nicht dem Zufall überlassen! “ kommentierte der Kinderschutzbund den Koalitionsvertrag und formulierte konkrete Forderungen. Dazu gehören die konsequente Stärkung der Kinderrechte und die zügige Umsetzung sozialpolitischer Maßnahmen zur Unterstützung von Familien.
Demokratie leben – Haltung zeigen
Mit den „Empfehlungen im Umgang mit demokratiefeindlichen Personen, Handeln und Bewegungen“ bekennt sich der Kinderschutzbund klar zur Demokratie. Er grenzt sich aktiv von antidemokratischen Kräften ab und setzt ein Zeichen gegen Hass, Ausgrenzung und Diskriminierung. Demokratie bedeutet für den Verband nicht nur politische Teilhabe, sondern auch, Kinder und Jugendliche von Anfang an einzubinden, ihre Stimmen zu hören und sie ernst zu nehmen.
Vielfalt und Inklusion – Chancen schaffen
Die Beschlüsse zu einem „Kindgerechten Ganztag“ und „Gerechten Wohnen für Kinder und ihre Familien“ zeigen, wie der Kinderschutzbund Vielfalt fördert und Inklusion umsetzt. Ein kindgerechter Ganztag muss mehr sein als Betreuung – er bietet Raum für Persönlichkeitsentwicklung, Teilhabe und soziale Gerechtigkeit. Besonders benachteiligte Kinder erhalten hier die Chance auf gleichberechtigte Bildung und Integration. Auch beim Thema Wohnen bezieht der Verband klar Stellung: Bezahlbarer, kindgerechter und inklusiver Wohnraum ist eine Grundvoraussetzung für ein gutes Aufwachsen. Familien in Armut, Careleaver und junge Menschen in Ausbildung müssen gezielt unterstützt werden. So setzt der Verband ein Zeichen gegen soziale Spaltung.

Klimaschutz ist Kinderschutz
Mit dem einstimmigen Beschluss „Klimaschutz ist Kinderschutz“ rückt der Kinderschutzbund die Verbindung von Klimakrise und Kinderrechten in den Fokus. Kinder tragen die Folgen der Klimakrise, ohne sie verursacht zu haben. Deshalb sieht der Verband Klimaschutz als zentrales Element seiner Arbeit für Kinderrechte.
Ehrenamt und Hauptamt – gemeinsam stark
Die Arbeit des Kinderschutzbundes lebt vom Zusammenspiel von Ehren- und Hauptamt. Jeder ist auf seine Weise und nach seinen Möglichkeiten für den Kinderschutz aktiv. Ehren- und Hauptamtliche bringen bringen Herzblut, lokale Perspektiven und direkte Hilfe ein. Und sie sichern Qualität, Kontinuität und politische Schlagkraft. Gemeinsam schaffen sie eine solidarische Verbandskultur, die Wandel ermöglicht und Schutz bietet. Die „Änderung der Mustersatzung“, die es erlaubt, mit nur sieben Mitgliedern einen Ortsverband zu gründen, senkt Hürden für ehrenamtliches Engagement und stärkt die regionale Präsenz.

Fazit
Der Kinderschutzbund ist mehr als ein Verband – er ist eine treibende Kraft für Demokratie, Vielfalt und Zukunftsfähigkeit. Er hört Kindern und Jugendlichen zu, ermutigt sie zur Mitbestimmung und kämpft für eine Gesellschaft, in der junge Menschen sicher, gerecht und gesund aufwachsen können. Die Beschlüsse der Bundesmitgliederversammlung 2025 senden ein klares Signal: Der Kinderschutzbund gestaltet Wandel – demokratisch, engagiert und kindzentriert.
Johanna Kern, redaktionelle Leitung des Verbandsmagzins,
Kinderschutzbund Bundesverband


